Traktionskontrolle an einem Zweirad

  • Wie funktioniert die Traktionskontrolle an einem Zweirad (z.b. MotoGP), kann mir das nicht so recht erklären, muss ja monstermäßig kompliziert sein.


    Ist das Vorderrad in der Luft dreht es langsamer als das Hinterrad, also würde die Traktionskontrolle jetzt denken *schlpf* Bremsen, nur ist das ja fast immer der Fall, dass das Vorderrad in der Luft hängt?


    Wie machen die Jungs dann ihre Wheelies, abschaltbar?


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    Danke
    Christian

  • also wenn da eine traction control vorhanden ist, ist die auf jedenfall abschaltbar - wie sollen sonst rossi´s burnouts funktionieren.
    ich schätze auch über kurbelwellen- und raddrehzahl, über einen gangsensor.
    dann noch per computer von aussen dem steuergerät die getriebeübersetzung mitgeteilt. und ich schätze dann ist noch ein sensor der kupplung angebracht sonst würde der start nicht funktionieren



    edit:
    ups! bin über den selben denkfehler wie pepsi gestolpert...:nixweiss:

    Einmal editiert, zuletzt von martin#86 ()

  • ich schätze auch über kurbelwellen- und raddrehzahl, über einen gangsensor


    ähm denke ich jetzt falsch oder sind die nicht immer proportional (jeweils im selben gang) auch wenn das rad durchdreht? ich denke eher daß die rad bzw kurbelwellen beschleunigung gemessen und mit einer maximal möglichen mopedbeschleunigung (kurbelwellen bzw radbeschluenigung ohne bodenkontakt ist ja schon a biserl höher) verglichen wird und nicht 2 drehzahlen miteinander verglichen werden. allerhöchstens werden noch mit der drehzahl über einen gangsensor die dazugehörigen geschwindigkeit errechnet und verglichen wenn die höher ist als die tatsächliche (am vorderrad gemessene) dreht das hinterrad durch
    gruß lnc

    Einmal editiert, zuletzt von Lnc1st ()

  • Im Grunde genommen hat wohl Lnc ziemlich Recht, wenn er schreibt, dass die (Weg)drehzahlen der beiden Räder miteinander verglichen werden.


    Eine Größe ist dabei allerdings auch der Schlupf des Hinterrades, der je nach Gang unterschiedlich groß sein kann in Bezug auf die Gasschieber- bzw. Gasgriffstellung.


    Dieser Schlupf muß als Basis mit in das Rechenprogramm eingespielt sein.


    Da in den Kurven im Normalfall das Vorderrad Bodenkontakt hat und nur in den Beschleunigungsphasen den Kontakt verliert, kann als Referenzgeber dienen.


    Kritisch ist im Grunde fast immer nur der Bereich der Kurve, wo der Fahrer ans Gas geht und der Hinterreifen die Seitenführungskräfte in Schräglage nicht mehr übertragen kann.


    In dem Moment, wo auf der Geraden das Vorderrad den Bodenkontakt verliert, lastet das gesamte Fahrzeuggewicht auf dem Hinterrad und die zu übertragenden Kräfte können sehr viel größer sein als bei einem Motorrad, das eine ausgeglichene Radlastverteilung hat.
    Also spielt in diesen Situationen eine Schlupfregelung nur eine untergeordnete Rolle.


    Racepa

  • Ich glaube wie Lnc1st auch, dass die Drehzahlen von Motor und Hinterrad nicht verglichen werden, da dazu ja auch der Radumfang (ziemlich genau) bekannt sein sollte, und dieser ändert sich in Schräglage.
    Die Eurosport-Kommentatoren haben bei Honda mal ein System vermutet, das "den grössten Unsinn verhindert". Aber Rossi konnte trotzdem Burn-outs und Wheelies machen. Und nur deshalb das System abschaltbar zu machen (und eine weitere protenielle Fehlerquelle ans Moped zu bauen...).
    Meine wilde und unbegründete Vermutung ist, dass die nur "Starthilfen" haben und das es Traktionskontrolle für den Rennbetrieb (so im Stil der F1) gar (noch) nicht gibt in der MotoGP.
    Was ich noch erwähnen möchte ist, dass ich grundsätzlich für das Verbot solcher *Fahrhilfen* bin, da die Mopeds 2007 eh langsamer werden und ich kein Szenario wie in der Formel 1 will (ich denke da z.b. an die "Startprozedur" (finger vom Knopf - na dass kann ich doch auch!) und die "wunderbremse" von Mclaren, die verboten wurde, dann Automatisches schalten; wenn da kein Riegel vorgeschoben werden würde, würden die ja blos noch lenken!!)


    MfG Murkser

    "Und wenn ein Italiener in Italien für ein italienisches Motorrad kein italienisches Ersatzteil findet, dann herrschen dort italienische Zustände!"
    - Racepa

    Einmal editiert, zuletzt von Murkser ()

  • Zitat

    Original von Murkser
    Die Eurosport-Kommentatoren haben bei Honda mal ein System vermutet, das "den grössten Unsinn verhindert". Aber Rossi konnte trotzdem Burn-outs und Wheelies machen. Und nur deshalb das System abschaltbar zu machen (und eine weitere protenielle Fehlerquelle ans Moped zu bauen...).


    Da wurde aber meines Wissen nur die Leistung in den unteren Gängen begrenzt (ich glaube auf 180 PS); hat also nichts mit Traktionskontrolle zu tun.

    Hier ein paar Satzzeichen - einfach mit Copy & Paste in eigene Beiträge einfügen!


    . , ; : ! ?

  • Murkser,


    wenn Du mal Super Bike (ohne Traktionskontrolle) und Moto GP (mit Kontrolle) anschaust, wirst Du sehen können, dass erstere nach wie vor wilde Slides machen und auch öfter High Sider produzieren als z. Zt. bei Moto GP.


    Da ich nicht annehme, dass die Fahrer von Moto GP plötzlich das "Motorradfahren gelernt haben", ist dort an der Technik gefrickelt worden.
    Selbst ein Capirossi, früher berüchtigt für seine wilden Slides, fährt im Moment "Kurven wie auf Schienen"!


    Es ist beim Stand der Technik auch möglich, Neigungswinkel der Maschinen mit einzubeziehen und damit zu steuern nach dem Motto: Je schräger, um so wirksamer die Kontrolle!


    Ich glaube nicht, dass die Techniker der Moto GP schlechter sind als die der F 1!


    Und nur lenken? Bremsen muß man auch noch!
    Und selbst wenn nur noch diese beiden Funktionen übrig blieben, wäre Rossi immer noch schneller als der Rest der Welt!


    Dass die Maschinen ab 2007 langsamer werden, halte ich für ein Gerücht!
    Geringeres Gewicht durch einen eingesparten Zylinder, weniger Sprit wegen geringerem Tankinhalt und die immer noch nicht vollständige Verwendung der F1-Technologie lassen genügend Spielraum für den Wegfall von 20% Hubraum!


    Racepa

  • Laut Eurosportkommentator ist bei der Honda eine Traktionskontrolle
    verbaut, die ein Durchdrehen des Hinterrads um bis zu 30 km/h erlaubt.

  • Und nur lenken? Bremsen muß man auch noch!
    IMHO war da ein Streckenprofil im Computer an Board und ich weis nur noch (ist ja auch schon lange her), dass es da so rote Knöpfe bei der "Wunderbremse" gab. Evtl. bremsen dann auch nimmer?
    Ich möchte weiterhin feststellen, dass es keine solch wirksame *Hilfe* ala F1 im MotoGP sport gibt (oder doch? - wenn ja, dann kams nicht wirklich raus, aus dieser Diskussion)
    "Und selbst wenn nur noch diese beiden Funktionen übrig blieben, wäre Rossi immer noch schneller als der Rest der Welt!"
    Hmm möglich, darum gehts mir eher weniger, ich wills mir dann aber nimmer anschauen.
    Zu den Änderungen ab 2007: Da weißt du sicher mehr als ich. Mein Wissen beschränkt sich auf das 800ccm Limit, doch wenn die Mopeds nicht langsamer werden, wozu die Änderung?
    Alleine zur Kostensenkung?(...die ich nicht erkennnen kann), oder Entwicklung einbremsen, damit sie nicht mehr viel schneller werden können?
    "nicht vollständige Verwendung der F1-Technologie lassen genügend Spielraum für den Wegfall von 20% Hubraum!"
    Das hört sich Interessant an. Kannst du das etwas näher beschreiben? Denn ich bin ja net so auf dem Laufenden, was technisch noch im MotoGP kommen wird, vielleicht schreibst du noch was dazu?
    Wenn du nur motormäßig meinst, dann versteh ich das auch nicht, zumal der erste Ducati-Motor angeblich von Ferrari mit entwickelt worden sein soll.
    Desweiteren, versteh ich auch nicht , was man an einem 3L V10 auf einen 990ccm V5 portieren soll, zumal doch ganz andere Ansprüche an die beiden Motoren gestellt werden (ich denke da z.B. an den Drehmomentverlauf).


    MfG Murkser

    "Und wenn ein Italiener in Italien für ein italienisches Motorrad kein italienisches Ersatzteil findet, dann herrschen dort italienische Zustände!"
    - Racepa

  • Die Maschinen sind praktisch jetzt schon ohne Unterstützung durch die Traktionskontrolle in bestimmten Situationen kaum mehr fahrbar!
    Das macht ja z. B. die Aussage von Ducati, dass man zu Gunsten der Fahrbarkeit auf Leistung verzichtet, deutlich.


    Wenn die Entwicklung so weitergehen würde auf der Basis des jetzigen Hubraumes, käme man in Bereiche, wo man nicht mehr 10 - 12 Fahrer hätte, die die Maschinen fahren könnten, sondern nur noch 2 - 3.


    Und damit kann man keine Rennen fahren.


    Es ist doch schon heute so, dass eine ganze Reihe von Fahrern nicht mehr in der Lage sind, fahrerisch die Leistungen zu bringen, um zu gewinnen.
    Und das hat nichts mit dem Maschinenmaterial zu tun, sondern mit Fahren im absoluten Grenzbereich!


    Ich persönlich halte die Absenkung auf 800 ccm für zu wenig, weil man bis dahin die Leistung der heutigen Maschinen gefunden hat.


    Auch die Limitierung des Spritverbrauches hat sich ja ins Gegenteil verkehrt.


    Durch die extrem magere Einstellung des Gemisches ist die Charakteristik der Motoren sehr giftig geworden, worunter die Fahrbarkeit stark gelitten hat.


    Auch darum die Trak-Kontrolle!


    Die F 1 ist meiner Meinung noch bei der Motortechnik im Vorsprung. was das veränderliche Motormanagement anbelangt. Vom Fahrer oder extern über Funk gesteuert.


    Auch die gefahrenen Drehzahlen sind trotz größerer Zylindereinheiten höher als bei Moto GP.


    Kostensenkung wäre m. E. ein sehr wichtiger Gesichtspunkt, denn sonst frisst der Moto GP-Sport seine Kinder.
    Schon jetzt fährt Honda mit 5 Motorrädern, weil sonst nur 18 - 20 am Start stehen würden.


    Ist eigentlich schon mal jemand aufgefallen, dass bei Moto GP nur 3 Starter in einer Reihe stehen!
    Können ausgerechnet die besten Fahrer beim Start nicht geradeaus fahren?
    Nein, bei 20 Fahrern wären das normalerweise gerade mal 5 Start-Reihen. Und das sähe doch etwas dürftig aus. Also 3 Fahrer pro Reihe und 7 Startreihen sieht schon besser aus!


    Racepa