Liebe Forenkollegen, einige der hier geäusserten Annahmen möchte ich nicht kommentarlos stehen lassen, da sie einige Aspekte nicht berücksichtigen oder schlichtweg falsch sind.
Grundsätzlich ist die Entwicklung eines Motorenkonzepts immer ein Kompromiss zwischen dem technisch Möglichen und dem wirtschaftlich Machbaren. Ein Zweitaktmotor mit einem Bohrung/Hub-Verhältnis von 68mm zu 50,7mm mag nicht optimal sein, ist aber die günstigste Umsetzung, um einen deutlich größeren Hubraum zu erreichen.
Selbstverständlich bietet so ein Motor mehr Leistungspotenzial als sein lediglich 125ccm großes Pendant. Dass diese Lösung nicht abwegig ist, zeigen viele Hersteller mit Modellen wie KMX 200, MTX 200 oder auch der RV 200 von Gilera, deren Motoren alle auf einem 125er-Block basieren.
Natürlich wird der Zylinder dazu nicht einfach auf 68mm gebohrt, das würde in der Tat eine sehr unglückliche Kanalkonfiguration ergeben. Alle Kanäle sind bestmöglich umgefräst, die Steuerzeiten in aufwändiger Versuchsarbeit optimiert.
Auch hier gilt wieder - das Ergebnis ist nicht optimal, da z.B. die Wandstärke für einen mehrteiligen Auslass fehlt, aber deutlich besser als z.B. ein italienisches Konkurrenzprodukt.
Ausserdem bietet unser Haus für die 125er Modelle von Yamaha einen Motorumbau auf 57mm Hub an, der in Zusammenhang mit dem oben erwähnten Zylinder keine Leistungswünsche offen lässt. Ein Prüfstandslauf ist für jeden Kunden im Preis inklusive, sobald die neue Firmenhalle eingerichtet ist. So lässt sich das Ergebnis jeder Änderung objektiv belegen.
Viele Grüße!