ZitatAlles anzeigenOriginal von JCN
Nö. So einfach ist das nicht.
Machen wir mal ne Rechnung:
Rahmenbedingungen 125ccm Einzelhubraum, 20m/s Kolbengeschwindigkeit, Mitteldruck 11bar (2T), 12bar (4T), typisches Hubverhältnis von 1,0 (2T) bzw 0.6 (4T).
1) 2-Takt
B*h = 54mm*54mm -> nmax=11100 -> P=34PS
2) 4-Takt
B*h = 64mm*38.8mm -> nmax=15500 -> P=26PS
Rennmotoren gehen dann entsprechend weiter rauf, die Relationen bleiben aber. Und bei großen Maschinen ist dann irgendwann fraglich ob sich die Mehrleistung auch auf der Strecke umsetzen lässt.
Ergo: Durch die Möglichkeit des 4T durch Kurzhub höher drehen zu können wird der Nachteil durch die halbierte Taktzahl etwas kompensiert. 2T ist das nicht möglich da dabei die Schlitzflächen sinken!
Auch gerne mal vergessen wird dass das Spitzenleistungen sind und 4T meist etwas weitere nutzbare Leistungsbänder haben.
Dagegen hat der 2T ein geringeres Motorgewicht, eine kompaktere Bauform und keine Motorbremse. Umständlich wirds bei Mehrzylindermotoren. Durch die Breite der Zylinder (Überströmer) ist ein 4-Zyl. Reihenmotor nicht zielführend und die Anordnung von Vergasern/Auspuff wird zur Herausforderung, will man nicht die Schräglagenfreiheit begrenzen.
In Summe hat der 2T vor allem bei kleinen Motoren die Nase vorne wenn man den Hubraum konstant lässt, aber nicht so deutlich wie es der theoretische Vorteil aussagt. Und auch nur so lange der Sprit unbegrenzt ist, ansonsten wirds schnell düster...
Gruß JC
Der Meister hat gesprochen, viel besser kann man es wirklich nicht ausdrücken :daumenhoch: